Schlagwort-Archive: Politische Korrektheit

»Verschwulung« beinahe Unwort des Jahres

Die Süddeutsche Zeitung meldet hier, dass das Wort »Gutmensch« zum Unwort des Jahres 2015 gekürt wurde. Der Begriff wende sich gegen Personen, »die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren oder die sich gegen Angriffe auf Flüchtlingsheime stellen«, schreibt die Jury in ihrer Begründung»Verschwulung« beinahe Unwort des Jahres weiterlesen

»Revolutionärer Tabubruch«

David Berger rezensiert Die große Verschwulung – und das freundlich
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Laut Berger könnten die Schwulen ein lebhaftes Interesse daran haben, ihre Männlichkeit mit Argumenten Pirinccis gegen die dekonstruktiven Angriffe der Gender-Ideologie zu verteidigen. Foto: flickr.com/Andrew Dyer, At The Cutting Edge

Drei Monate nach dem Erscheinen von Akif Pirinçcis Die große Verschwulung erschien heute auf Huffington Post die zweite Rezension des Buches – und zwar von David Berger, jenem habilitierten katholischen Theologen, der bis 2010 Lektor der Päpstlichen Kongregation für die Glaubenslehre, Religionslehrer im Bistum Köln (bis 2011) sowie Mitherausgeber und Schriftleiter der Zeitschrift Theologisches war. Er outete sich 2010 als homosexuell, verlor seine kirchlichen Ämter und trat aus der Kirche aus. Im November 2010 erschien sein stark autobiographischer Bestseller Der heilige Schein, »Revolutionärer Tabubruch« weiterlesen

Die Macht der Sardinen

Der Fall Pirinçci als Kulturbruch

Ein neuerlich furioses Stück zur Causa Pirinçci hat Michael Klonovsky am 2. Dezember auf acta diurna veröffentlicht. Abgesehen davon, dass wir Klonovskys düstere Prognose teilen, wonach der totalitäre (genauer der teutalitäre) Umgang mit diesem Autor einen Kulturbruch darstellt, nach dem man unliebsame Autoren künftig wegen ganz anderer, weitaus harmloserer Entgleisungen lebenslang aus Handel und Bibliotheken wird entfernen dürfen, abgesehen davon merken wir lediglich an, dass durchaus einzelne Buchhändler Pirinçcis politische Bücher bei uns bestellen und dass sie, wenn sie es tun, sie auffallend oft gleich dutzendweise ordern – wofür wir ihnen an dieser Stelle herzlich danken! Michael Klonovsky danken wir für die freundlich gewährte Erlaubnis zur Übernahme seiner präzisen und unbedingt lesenwerten Analyse auf dieses Schaufenster.

 

Mitternächtlicher 2. Dezember 2015

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Wo Sardinen sind, ist die „Amoksardine“ nicht weit. Foto: flickr.com/NWY69

Noch einmal ein Wort zu Akif Pirincci, denn sein Fall ist allzu paradigmatisch und wird nach meinem Dafürhalten in der Kulturgeschichte dieser Republik einen Bruch markieren. Ein Kollege fragte neulich, ob es denn nicht übertrieben sei, diesen Autor überhaupt noch zu erwähnen, immerhin habe er lange genug »die Gesellschaft« beleidigt, sich mit voller Absicht ins Abseits gepöbelt, und nun habe er eben die Quittung dafür erhalten. Warum sich darüber aufregen? Der Fall sei erledigt, möge er sehen, wo er bleibt.

In dieser Argumentation, wenn man es denn so bezeichnen will, ist nun wirklich alles schief – aber was wäre das auch für eine Damnatio memoriae, wenn über den Verfemten weiterhin geredet würde? Die Macht der Sardinen weiterlesen

SWR – die Fortsetzung

Wir erinnern uns noch an Herrn Nonte aus Hamm, der eines verkaufsoffenen Sonntags Pirinçci-Bücher schreddern wollte, dann aber, aufgrund des öffentlichen Drucks (weil’s ein wenig zu nazimäßig ausgeschaut hätte) einknickte und die mutige Aktion ebenso mutig abblies – was ihm so viel Ärger bei seinen Anhängern und Unterstützern einbrachte, dass der ihm eine Gegenentschuldigung fürs Absagen abnötigte. Peinlich, aber wahr. SWR – die Fortsetzung weiterlesen

Wer homophob ist, bestimmen wir

Wie arte einen Film ankündigt

von Andreas Lombard

Morgen Abend läuft auf arte die Dokumentation »Gleiche Liebe, falsche Liebe?!? Homophobie in Europa«. Die Ankündigung beginnt mit der Erwähnung des Überfalls auf Olivier Couderc und Wilfred de Bruijn in einer Frühlingsnacht 2013 mitten in Paris. Couderc und de Bruijn waren händchenhaltend durch das überwiegend muslimisch bewohnte 19. Arrondissement spaziert, und de Bruijn wurde brutal zusammengeschlagen. Über die Täter sagt arte natürlich nichts. Wer homophob ist, bestimmen wir weiterlesen

Dr. Berger klagt an

Es spricht viel für die von Thomas Hoof geäußerte Vermutung, daß »Homosexuelle, um deren ›Orientierung‹ sich nun wirklich niemand mehr kümmert, sich gerade deswegen ungeliebt fühlen«. Und dafür, daß »dieses Mangelempfinden vermutlich nicht einmal dann ein Ende hat, wenn sie amtlich als die besseren Menschen anerkannt und diplomiert sind«. Eben dieses von kindlicher Kränkung durchmischte Mangelempfinden läßt sich aus dem Piekser herauslesen, den sich Dr. David Berger in der Huffington Post gegen Akif Pirinçci, Matthias Mattusek, Thilo Sarrazin, Gabriele Kuby, Martin Lohmann »und einige andere« geleistet hat. Dr. Berger wirft ihnen nämlich vor, »mit Homophobie reich und berühmt« geworden zu sein. Seltsam nur, daß es trotzdem immer noch bei dieser kleinen Schar von Erzfeinden geblieben ist und daß deren genialer Trick partout keine Nachahmer findet. Warum sind es wohl so wenige, die noch irgendetwas sagen und zwar nicht etwa gegen Homosexuelle (hier irrt der Doktor der Theologie), sondern gegen die ausufernde Pornokratie von Medien, Gender-Professorinnen und, allen voran, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung? Und warum hat wohl keine der von Dr. Berger angeklagten Herrschaften, auch wenn sie gelegentlich im Fernsehen aufgetreten sind, jemals ihre »Homophobie« an eine der vielen Talkshows »verkaufen« dürfen? Aber wir geben die Hoffnung nicht auf. Vielleicht liest Dr. Berger gelegentlich Pirinçcis Buch. Danach schauen wir gern nochmal bei der Huffington Post vorbei, um zu sehen, ob er es inzwischen verstanden hat.

Andreas Lombard

Er kam nur bis Bonn

In Österreich ist eine Form der Berichterstattung möglich, die uns hierzulande nicht vergönnt ist, jedenfalls nicht seitens der etablierten Medien. Der Autor und Publizist Christian Ortner hat in der Wiener Zeitung »Die Presse« den folgenden Beitrag veröffentlicht, worin er den Erfolg von »Deutschland von Sinnen« damit erklärt, daß die Medien sich immer weiter von der Lebenswirklichkeit ihrer Nutzer und Leser entfernen würden. Seine These, hierzulande offenbar nicht aussprechbar, für viele vielleicht sogar undenkbar, lautet: »Man kann den Erfolg seines (d. h. Pirinçcis) Buches daher durchaus auch als Symptom eines gewissen Medienversagens beschreiben, das seine Ursache in einer nonchalanten Missachtung des Lesers und seiner Lebenswelt hat. So wie man den Erfolg rechtspopulistischer Parteien ja durchaus auch als Symptom des Versagens der etablierten Politik verstehen kann.«

Lebt Hitler als deutsch-türkischer Bestsellerautor jetzt in Berlin?

Der Erfolg von Thilo Sarrazin und Akif Pirinçci ist auch eine Folge jener oberlehrerhaften Attitüde, mit der manche Medien ihre Kunden umerziehen wollen

von CHRISTIAN ORTNER  (Die Presse)

Das deutschsprachige Feuilleton hyperventiliert in diesen Tagen, als stünde die Abschaffung von Demokratie, Menschenrechten und Meinungsfreiheit oder – noch schlimmer – gar der staatlichen Kultursubventionen unmittelbar bevor.
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