Schlagwort-Archive: Michael Klonovsky

Die Macht der Sardinen

Der Fall Pirinçci als Kulturbruch

Ein neuerlich furioses Stück zur Causa Pirinçci hat Michael Klonovsky am 2. Dezember auf acta diurna veröffentlicht. Abgesehen davon, dass wir Klonovskys düstere Prognose teilen, wonach der totalitäre (genauer der teutalitäre) Umgang mit diesem Autor einen Kulturbruch darstellt, nach dem man unliebsame Autoren künftig wegen ganz anderer, weitaus harmloserer Entgleisungen lebenslang aus Handel und Bibliotheken wird entfernen dürfen, abgesehen davon merken wir lediglich an, dass durchaus einzelne Buchhändler Pirinçcis politische Bücher bei uns bestellen und dass sie, wenn sie es tun, sie auffallend oft gleich dutzendweise ordern – wofür wir ihnen an dieser Stelle herzlich danken! Michael Klonovsky danken wir für die freundlich gewährte Erlaubnis zur Übernahme seiner präzisen und unbedingt lesenwerten Analyse auf dieses Schaufenster.

 

Mitternächtlicher 2. Dezember 2015

151204 Sardinen
Wo Sardinen sind, ist die „Amoksardine“ nicht weit. Foto: flickr.com/NWY69

Noch einmal ein Wort zu Akif Pirincci, denn sein Fall ist allzu paradigmatisch und wird nach meinem Dafürhalten in der Kulturgeschichte dieser Republik einen Bruch markieren. Ein Kollege fragte neulich, ob es denn nicht übertrieben sei, diesen Autor überhaupt noch zu erwähnen, immerhin habe er lange genug »die Gesellschaft« beleidigt, sich mit voller Absicht ins Abseits gepöbelt, und nun habe er eben die Quittung dafür erhalten. Warum sich darüber aufregen? Der Fall sei erledigt, möge er sehen, wo er bleibt.

In dieser Argumentation, wenn man es denn so bezeichnen will, ist nun wirklich alles schief – aber was wäre das auch für eine Damnatio memoriae, wenn über den Verfemten weiterhin geredet würde? Die Macht der Sardinen weiterlesen

Nazis!, durchgerutscht

Was eine Vertreterin der Münchener guten Gesellschaft über Manuscriptum denkt. Und wie gern sich der SWR am Pirinçci-Boykott beteiligt haben würde

von Andreas Lombard

Kürzlich habe ich mit einem Münchener Freund telefoniert, der in der bayerischen Hauptstadt ein öffentliches Amt bekleidet. Er berichtete, dass ein Gespräch, das er am Vortag mit einer Dame der guten Gesellschaft geführt, zufällig den Autor Akif Pirinçci und das Buchhaus Manuscriptum gestreift habe, bei welcher Gelegenheit die durchaus gebildete Dame den nicht gerade tischfeinen Satz ausstieß, das sei doch dieser »Nazi-Verlag«!? Nazis!, durchgerutscht weiterlesen

»Irre oder mutig?« − Der kleine Akif in Bild, FAS, Spiegel, Focus, Welt und taz

Akif Pirinçci ist mit Deutschland von Sinnen heute auf drei Seiten in Bild am Sonntag vertreten. Reporterin Anja Hardenberg hat ihn zum zweiten Mal in Bonn besucht und neben vielen interessanten Details aus seiner Biographie Kindheits- und Familienfotos mitgebracht, die wir vom Verlag auch noch nicht kannten: »Akif Pirinçci (54) spaltet die Republik mit seinem Bestseller ›Deutschland von Sinnen‹. Seine Gegner vergleichen ihn mit Hitler. Ist er gefährlich oder genial?« »Irre oder mutig?« − Der kleine Akif in Bild, FAS, Spiegel, Focus, Welt und taz weiterlesen