Neues aus Neorechts

Hallo, Christian Schröder vom Tagesspiegel, heute haben wir zum Frühstück Dein Interview auf Deutschlandradio Kultur gehört. Da ist uns fast das Schwarzbrot aus der Hand gefallen, und unser Frühstücksei köpften wir gleich mit besonderem Elan. Es war aber hartgekocht, anders als Du. Ein bißchen neidisch waren wir auch, schließlich quatschtest Du zu so früher Stunde munter drauf los, während wir froh sind, wenn wir bis zum Abend überhaupt mal den Mund aufgemacht haben. Aber lieber gesprächig wie ’ne deutsche Eiche als so ein Oralgerümpel, denken wir uns. Neues aus Neorechts weiterlesen

Das große Einknicken

Auf Stern online äußert sich Akif Pirinçcis Anwalt Joachim Steinhöfel zum juristischen Fortgang der Dinge. Seine ersten Erfolge sind beachtlich: Wir erwähnten bereits, daß sich eine nicht unbedeutende Zahl an Medienvertretern zu Richtigstellungen gezwungen sah. Das Interview selbst ist ebenso bemerkenswert. Nicht nur, daß Steinhöfel die basale rechtsstaatliche Gegebenheit erklären muß, daß auch in Zeiten schwunghaften Handels mit der Nazi- und Ausschwitzkeule diejenigen, die von Ihr getroffen werden, ein Recht auf einen Anwalt haben. Ebensowenig scheint selbstverständlich zu sein, daß man selbst als sozial Verfemter von diesem Recht gebraucht machen kann. Und auf die Frage, ob er um seinen Ruf fürchte, antwortet Steinhöfel: »Die Medien, die diese Ungeheuerlichkeiten verbreitet haben, sind es, die sich um ihren Ruf sorgen müssen. Nicht derjenige, der dafür sorgt, dass diese Unwahrheiten verboten werden.« Wir empfehlen, das ganze Interview zu lesen, man findet es hier.

Dokumentation eines Medienversagens

Der Medienjournalist Stefan Niggemeier, politischer Sympathien für Akif Pirinçci unverdächtig, hat auf seinem Blog über dreißig Belege gesammelt, in denen die berüchtigte KZ-Stelle (»KZ-Rede«) auf rufschädigende Weise verdreht wiedergegeben wurde und das, obwohl die Rede frühzeitig gut dokumentiert war. Es ist fast alles vertreten, was Rang und Namen hat, von Bild.de über die Nachrichtenagenturen AFP und epd bis hin zum Spiegel, zur Tagesschau und zum Bundesjustizminister. Einzelne Medien haben ihre Darstellung aufgrund des von Pirinçci verlanlassten anwaltlichen Drucks inzwischen korrigiert. Niggemeiers »unvollständige Dokumentation des Versagens« kann hier nachgelesen werden.

Das Gesicht der Gesichtslosen

von Michael Klonovsky

Akif Pirinçci hat im Interview mit der Jungen Freiheit berichtet, dass seine soziale Ächtung nunmehr eine nahezu totale sei, nicht allein dass man seine Bücher beinahe komplett aus dem Handel getilgt habe – einzig die erzliberalen Jungs von Manuscriptum wirken beim volksgemeinschaftlichen Boykott nicht mit –, er werde auch auf offener Straße angepöbelt, in Restaurants nicht mehr bedient, man habe ihm Cola über den Kopf geschüttet (ein vergleichsweise moderater Aversionsakt verglichen damit, was auf Twitter, Facebook, Amazon über den Mann ausgekübelt wird, der angeblich die KZs wieder aufmachen will, obwohl er genau das Gegenteil geäußert hat) etc. pp. In einer Zeitung sei ein Foto seines Bonner Hauses samt Adresse veröffentlicht worden – der auf seine dreißig Silberlinge angewiesene deutsche journalistische Meutenfeigling wagt es zwar selber nicht, handgreiflich zu werden, aber man kann der Straße ja mal einen Wink geben, ob wer vielleicht einen Stein oder Farbbeutel oder, man wird doch träumen dürfen, einen Molli …? Hat ja bei anderen auch schon geklappt! Wieso soll dieser literarische Hetzer denn allein und vor allem unbehelligt in einem so großen Haus wohnen dürfen? Der deutsche Autor Pirinçci existiere nicht mehr, sagte Pirinçci, er überlege, das Land zu verlassen. Und der Gutmensch denkt mit sinnendem Nicken: Ja, das kommt davon, das hat er nun davon …

Ich habe den Deutschtürken einen Knalldeppen genannt, und das bezog sich primär auf seine Pegida-Rede, mit welcher er auf gut Knalldeppenart den nur auf einen Anlass lauernden, ihn längst auf dem Kieker habenden Meinungsspektrumsbegradigern und Konsensvollstreckern in einer Art verbalem Amoklauf genau diesen geliefert hat, auf dass sie ihn endlich schlachten können; da ist nix zurückzunehmen. Doch angesichts der Tatsache, dass ein anscheinend im letzten Jahrhundert im deutschen Wesen furunkelhaft heimisch gewordener, zutiefst illiberaler, totalitärer, allzeit meutenbildungsbereiter, in seinem zähnefletschenden guten Gewissen nicht ein noch aus wissender Gesinnungsfundamentalismus nunmehr eben diesen Krawallautor aus dem Land treibt, wie diese trostlosen Figuren auf Naziart Anfängen wehren, wie die Gesichtslosen Gesicht zeigen, die Charakterlosen im Chor Courage heulen, die Humanisten den kleinen inneren Sadisten Gassi schicken, wie sie allesamt auf Recht und Freiheit spucken, derweil sie »Freiheit für alle außer für die Feinde der Freiheit!« geifern und ihre Augen funkeln vor Existenzvernichtungsgeilheit – und wenn ich mir dabei noch in Erinnerung rufe, dass die Karikaturen von Charlie Hebdo mindestens ebenso krass oder widerwärtig waren wie Pirinçcis zu 80 Prozent aus einem gewollten Missverstehen inkriminierte Rede –, dann bleibt mir nur, so ungern ich sie aus ästhetischen und anderen, hier nicht näher zu erläuternden privaten Gründen aussprechen mag, die Festellung: Je suis Akif.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem Blog des Autors (siehe 30. Oktober 2015).

Sozialer Tod in sieben Tagen

Eine kleine Zusammenfassung der Ereignisse – und ein Ausblick

Gut eine Woche ist es nun her, daß der Autor Akif Pirinçci seine verhängnisvolle Rede auf der Pegida-Veranstaltung in Dresden hielt. Was ist seitdem passiert? Es ist nicht leicht, die sich überschlagenden Ereignisse zu rekapitulieren. Nach der Rede, zu der nicht alles, und vor allem wenig Wahres gesagt worden ist, dies aber dafür von jedem, begann es wie üblich mit kreischender Medienhysterie.

Die Etagen-Gouvernanten aus den Funk-, Fernseh-, Print- und Internetgossen des Journalismus begnügten sich jedoch nicht mit dem tatsächlichen Inhalt der Rede, nein, sie verdrehten, entstellten, und, wenn dies nicht reichte, erfanden sie einfach frei. Sozialer Tod in sieben Tagen weiterlesen

Schlimmer als die Inquisition

»Voraufklärerische Verdammungspraxis«:
Sogar David Berger protestiert gegen den hysterischen Pirinçci-Vertriebsstopp

Mit deutlichen Worten verurteilt der römisch-katholische Theologe und Publizist David Berger auf Telepolis die Auslistung von Pirinçci-Titeln durch den deutschen Buchhandel. Er verschweigt nicht, dass ihm Pirinçci unsympathisch ist, zumal dieser auch ihn, Berger, vor einiger Zeit »unter der Gürtellinie« angegriffen habe. Was Berger »im Hinblick auf die Meinungs- und Pressfreiheit« allerdings »noch tausendmal unerträglicher« findet als die verunglückten Aussagen Pirinçcis, sei Schlimmer als die Inquisition weiterlesen

So lustig kann die Wiedereröffnung von Auschwitz sein

Der 1976 geborene Komiker und Autor Oliver Polak hat am 31. August dieses Jahres in der Tageszeitung Die Welt ein spaßiges Textle veröffentlicht, in dem er vorschlug, Neonazis in die Gaskammer zu schicken, um sie dort – Glück gehabt! – mit Helene Fischers »Atemlos« zu beschallen, wobei Herr Polak so großzügig war, ihnen nicht alles antun zu wollen, worauf er Lust zu haben scheint: »Auf sie zu urinieren würde keinen Sinn machen, das fänden sie noch geil.« Herr Polak hat jedenfalls noch im Sommer genau jene Phantasie unbeanstandeterweise vor der Lesern der Welt ausgebreitet, die Akif Pirinçci gewissen deutschen Tugendwächtern keinesfalls hätte unterstellen dürfen. Überschrift der Welt: »Lasst uns Auschwitz wieder eröffnen!« Michael Klonovsky schreibt dazu auf seinem Blog Acta diurna:

Der »Standup-Comedian« Oliver Polak schlug am 31. August dieses Sündenjährchens in der Welt die Wiedereröffnung von Auschwitz vor. Eigentlich wollte ich den Kasper – das dürfte ungefähr die Interlinearübersetzung von »Standup-Comedian« sein – ignorieren, denn daraus, dass diese Ungeheuerlichkeit komplett unter den Tisch fiel, kann ja jeder folgern, für welchen Personenkeis unser Gesinnungsstreber, der sich So lustig kann die Wiedereröffnung von Auschwitz sein weiterlesen

Deutschland
von Sinnen

Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer