Alle Beiträge von Redaktion (JH)

Der Buchhändler als Volkserzieher

Sollten Buchhändler künftig besser Schuhe verkaufen? Diese und andere Fragen wirft Jan Fleischhauer auf, der nach seinem Pirinçci -Portrait in der aktuellen Ausgabe des Spiegels mit seiner Kolumne auf Spiegel online nachlegt. Womöglich ist die nicht unbedeutsame Distinktion zwischen Schuh- und Buchverkäufern längst nicht von jedem, vor allem nicht von jedem Buchhändler vergegenwärtigt worden. Fleischhauer indes betont den Stellenwert des Buches als Kulturgut und damit die Stellung des Buchhändlers, die vom Staat durch steuerliche Privilegien und Buchpreisbindung, welche den Buchhändler vor einem grausamen Preiskampf schützen soll, forciert wird. Fleischhauer bezweifelt indes, daß der Buchhändler seiner Rolle gerecht wird, wenn er sich mit einer »politischen Entität« verwechselt, statt seinen Serviceaufgaben nachzukommen. Aber wir wollen nicht ungerecht sein: Es gibt sie noch, die guten Buchhändler. Eine steigende Zahl derselben meldet sich direkt bei uns, um gleich mehrere Partien der bösen Bücher zu ordern, deren Bezug ihnen der Zwischenhandel verwehrt. Geht doch! Trotzdem und in Gänze unbedingt Fleischhauers Kommentar lesen.

Kopfschuß in der Schaubühne

Waren mal wieder im Theater, obwohl wir uns geschworen hatten, keines mehr zu betreten, bis Grabbe wieder auf deutschen Bühnen aufgeführt wird. Ließen uns nun doch zu einem Besuch der Schaubühne in Berlin hinreißen. Schwelgten unweigerlich in Erinnerungen: Stein, Strauß, Grüber, Clever, Lampe, Ritter, Diehl, Fitz … Aber Erinnerungen helfen nicht, nein, sie machen alles nur noch schlimmer, wenn man in der »Schauprozessbühne« der Gegenwart sitzt und dort das Stück »Fear« mitansehen muß. Kopfschuß in der Schaubühne weiterlesen

Neues aus Neorechts

Hallo, Christian Schröder vom Tagesspiegel, heute haben wir zum Frühstück Dein Interview auf Deutschlandradio Kultur gehört. Da ist uns fast das Schwarzbrot aus der Hand gefallen, und unser Frühstücksei köpften wir gleich mit besonderem Elan. Es war aber hartgekocht, anders als Du. Ein bißchen neidisch waren wir auch, schließlich quatschtest Du zu so früher Stunde munter drauf los, während wir froh sind, wenn wir bis zum Abend überhaupt mal den Mund aufgemacht haben. Aber lieber gesprächig wie ’ne deutsche Eiche als so ein Oralgerümpel, denken wir uns. Neues aus Neorechts weiterlesen

Das große Einknicken

Auf Stern online äußert sich Akif Pirinçcis Anwalt Joachim Steinhöfel zum juristischen Fortgang der Dinge. Seine ersten Erfolge sind beachtlich: Wir erwähnten bereits, daß sich eine nicht unbedeutende Zahl an Medienvertretern zu Richtigstellungen gezwungen sah. Das Interview selbst ist ebenso bemerkenswert. Nicht nur, daß Steinhöfel die basale rechtsstaatliche Gegebenheit erklären muß, daß auch in Zeiten schwunghaften Handels mit der Nazi- und Ausschwitzkeule diejenigen, die von Ihr getroffen werden, ein Recht auf einen Anwalt haben. Ebensowenig scheint selbstverständlich zu sein, daß man selbst als sozial Verfemter von diesem Recht gebraucht machen kann. Und auf die Frage, ob er um seinen Ruf fürchte, antwortet Steinhöfel: »Die Medien, die diese Ungeheuerlichkeiten verbreitet haben, sind es, die sich um ihren Ruf sorgen müssen. Nicht derjenige, der dafür sorgt, dass diese Unwahrheiten verboten werden.« Wir empfehlen, das ganze Interview zu lesen, man findet es hier.

Sozialer Tod in sieben Tagen

Eine kleine Zusammenfassung der Ereignisse – und ein Ausblick

Gut eine Woche ist es nun her, daß der Autor Akif Pirinçci seine verhängnisvolle Rede auf der Pegida-Veranstaltung in Dresden hielt. Was ist seitdem passiert? Es ist nicht leicht, die sich überschlagenden Ereignisse zu rekapitulieren. Nach der Rede, zu der nicht alles, und vor allem wenig Wahres gesagt worden ist, dies aber dafür von jedem, begann es wie üblich mit kreischender Medienhysterie.

Die Etagen-Gouvernanten aus den Funk-, Fernseh-, Print- und Internetgossen des Journalismus begnügten sich jedoch nicht mit dem tatsächlichen Inhalt der Rede, nein, sie verdrehten, entstellten, und, wenn dies nicht reichte, erfanden sie einfach frei. Sozialer Tod in sieben Tagen weiterlesen

Herr Nonte will die Bücher schreddern

Stellen wir uns vor, es ist verkaufsoffener Sonntag in Hamm, und alle gehen hin. Was soll man auch sonst machen in Hamm, dieser grauenhaften Stadt. Wir schlendern also durch die Einkaufsstraßen, vorbei an Thalia, in das wir einen kurzen Blick werfen, vielleicht gibt es noch Restposten vom Diddlmaus-Kalender. Nebenbei stecken wir ein Plüschtier ein. Süß! Wir schlendern weiter, allmählich werden wir müde, wir werden hungrig und sind erleichtert, als sich links von uns McDonalds auftut. Wir nehmen Herr Nonte will die Bücher schreddern weiterlesen