»Revolutionärer Tabubruch«

David Berger rezensiert Die große Verschwulung – und das freundlich
150111 Pirincci
Laut Berger könnten die Schwulen ein lebhaftes Interesse daran haben, ihre Männlichkeit mit Argumenten Pirinccis gegen die dekonstruktiven Angriffe der Gender-Ideologie zu verteidigen. Foto: flickr.com/Andrew Dyer, At The Cutting Edge

Drei Monate nach dem Erscheinen von Akif Pirinçcis Die große Verschwulung erschien heute auf Huffington Post die zweite Rezension des Buches – und zwar von David Berger, jenem habilitierten katholischen Theologen, der bis 2010 Lektor der Päpstlichen Kongregation für die Glaubenslehre, Religionslehrer im Bistum Köln (bis 2011) sowie Mitherausgeber und Schriftleiter der Zeitschrift Theologisches war. Er outete sich 2010 als homosexuell, verlor seine kirchlichen Ämter und trat aus der Kirche aus. Im November 2010 erschien sein stark autobiographischer Bestseller Der heilige Schein, in dem er gegen den Umgang der katholischen Kirche mit Homosexualität zu Felde zog. Von Mai 2013 bis Januar 2015 war Berger Chefredakteur des im Bruno Gmünder Verlag erscheinenden Magazins Männer – dort wurde ihm offenbar wegen islamkritischer Positionen gekündigt …

Pirinçcis neues Buch, das die Medien bundesweit als homophob verteufelten, meist, ohne es gelesen zu haben, beurteilt Berger freundlich: »Der Titel des neuen Buches Pirinçcis klingt homophob. Die große Verschwulung erweist sich aber bei aufmerksamer Lektüre als Kritik der Genderideologie und vertritt damit in letzter Konsequenz auch die spezifischen Interessen schwuler Männer.« Homosexuelle könnten nicht an der von der Gender-Ideologe betriebenen Dekonstruktion der Geschlechter interessiert sein, denn  »98% der Schwulen sind gerne Männer – gerade auch deshalb, weil sie Männer lieben. Ihre Devise ist: ›Lasst uns Schwule einfach nur Männer sein!‹« Mit Pirinçcis Kritik an der Verweichlichung der deutschen Gesellschaft, an der Feminisierung des Mannes, an Gender Mainstreaming und an schulischer Frühsexualisierung könnten sich laut Berger auch Homo-Aktivisten ohne weiteres anfreunden: Was Pirinçci schreibt und wie er es schreibt, sei »der durch und durch strategisch klug durchdachte Versuch, einer ihm verhassten Welt der Political Correctness, der Denk- und Redeverbote etwas entgegenzusetzen. Gerade im Bereich der Geschlechterdiskussion und der Gendertheorien sind solche Tabus extrem stark ausgeprägt. Umso größer dann auch die Freude am revolutionären Tabubruch.«