Zum neuesten Pirinçci-Tumult

Akif Pirinçci ist ein zwar sprachmächtiger, aber alles andere als geschmackssicherer Autor. Letzteres hat er auch mit seinem Auftritt  auf der Pegida am 19. Oktober in Dresden demonstriert. Was die meisten Medien aus seiner völlig verunglückten Rede heraushören wollen, hat er allerdings nie gesagt.

Der Zusammenhang: Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke hatte auf einer Bürgerversammlung am 14. Oktober Kritikern der derzeitigen Welle ungebremster Einwanderung empfohlen, ihrerseits aus Deutschland auszuwandern. Deshalb hatte Pirinçci in einer polemischen Volte gemutmaßt, die deutschen Behörden  würden, wenn sie denn könnten, einwanderungskritische, aber hartnäckig auswanderungsunwillige deutsche Bürger am liebsten in Konzentrationslagern sammeln. Aus dieser Überspitzung kochen die hyperventilierenden Medien nun den geradezu gegenteiligen Vorwurf, Pirinçci verlange Konzentrationslager für Einwanderer. Sein neues Buch Die große Verschwulung hat im übrigen ein anderes Thema und einen anderen Ton.

In  theatralischer Scheinempörung stellen die Medien nun, wie gewohnt, ihre Gesslerhüte und Springstöckchen für öffentliche Gehorsams- und Dressurübungen auf. Die anderen Verlage Pirinçcis (Random House, Kopp), der Buchgroßhandel, die Ketten (Thalia, Weltbild, Mayersche, Hugendubel …) und Amazon sind schon gehüpft. Wir täten das auch dann nicht, wenn wir die Zusammenarbeit mit Pirinçci nicht schon vor seinem Pegida-Auftritt beendet hätten. Bei uns bleiben Pirinçcis Bücher liefer- und direkt bestellbar.

Der Verlag