Piri des Tages

Mitten in unseren Sorgen um die Ukraine, um die Opfer des Hochwassers in Bosnien-Herzegowina, um den Euro und die teure Frühverrentung, nicht zu vergessen das syrische Flüchtlingselend und die Christenverfolgungen, hat die SPD Berlin-Mitte ein wichtiges Thema entdeckt: den Mangel an Ampelfrauen. An der Ampelfrau zeige sich deutlich, springt die Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz von der CDU bei, »dass auch Frauen sehr wohl in der Lage sind, Führungspositionen auszuüben«. Die ersten Ampelfrauen gibt es seit dem Jahr 2000 in Zwickau und in Holland – leider nicht in Regenbogenfarben, sondern nur in Grün und Rot, dafür aber mit »Walla-Walla-Röcken« (Fraktionschefin Martina Martischok-Yesilcimen) und fliegenden Zöpfen. So kann das nicht bleiben. Für die einen muß die Hose her (dazu Absatzschuhe, denn Ampelweibchen ist kein Ampelmännchen), für die anderen die Unisex-Darstellung. Wieder andere, obwohl es fast dieselben sind, fordern »Vielfalt« auch auf Ampeln. Ist nur leider zu teuer, weil es 58 Geschlechter und noch mehr Frauenbilder gibt. Irgendjemandem fiel ein, daß Ampeln der Verkehrsregelung dienen. Das spricht wiederum für die »Urampelfrau« mit den auffälligeren Zöpfe, während es an touristischen Orten Hoffnung für das gute alte Berliner Ampelmännchen gibt – für die museale Schwundform des Mannes.
Andreas Lombard