Ein Bestseller ohne Nachfrage?

Der taz haben wir zum zweiten Mal zu danken, und zwar heute dafür, daß sie in ihrer aktuellen Ausgabe Marc Felix Serrao von der Süddeutschen Zeitung zitiert: »Wer Pirinçcis Buch liest und darin nicht nur nach heiklen Stellen sucht, wird mehr als einmal zum Denken angeregt.«
Ansonsten traut Rezensent Jörg Sundermeier vom Verbrecher Verlag uns von Manuscriptum einiges an »rechtem« Marketing zu. Darin ähnelt sein taz-Beitrag den Spekulationen, die vor ein paar Tagen Konstantin Wecker vom Stapel ließ. Nachdem Wecker die Frage aufwarf, ob die amazon-Notierung von Deutschland von Sinnen unseren Stützkäufen zu verdanken wäre, glaubt Sundermeier nun, daß wir im Hintergrund an Strippen dick wie Schiffstaue ziehen, um unser Buch in »rechten« Kreisen an zahlungswillige Kameraden zu bringen, die uns freundlicherweise die Eigenkannibalisierung ersparen. Unter diesen Umständen wären allerdings jene Kreise die »nützlichen Idioten« des Autors und des Verlages − und nicht umgekehrt. Es hat einen gewissen Unterhaltungswert, wenn ein Rezensent, der noch dazu Verleger ist, den Erfolg eines Buches allein auf den dunkel ausgemalten Hintergrund des Verlages zurückführt − nur ja nicht auf den Inhalt des Buches, nicht auf die aktuelle Lage, nicht auf die entsprechenden Bedürfnisse der Leser und schon gar nicht auf das Zusammenspiel dieser drei Faktoren. Und das einzig und allein deshalb, weil in diesem Fall nicht erfolgreich sein darf, was erfolgreich ist.