Die beste Rezension steht in der neuen Ausgabe der »Zeit«

Es ist der Aufmacher im Feuilleton. In der neuen Ausgabe der Wochenzeitung Die Zeit rezensiert Ijoma Mangold Aktif Pirinçcis Buch Deutschland von Sinnen zwar ablehnend (»Volle Ladung Hass«),
dafür aber mit der angemessenen Wucht. Der Inhalt des Buches wird erstaunlich affirmativ wiedergegeben. Aber auch die lang erwartete Nazi-Keule, ach was, Hitler-Keule!, über die die begeisterten amazon-Rezensenten von Anfang an präventiv gelacht haben, fehlt nicht: »… in seiner Mischung aus Brutalität und Heulerei erinnert das Buch – ich schwöre, ich habe noch nie einen Hitler-vergleich gezogen in meinem Berufsleben – an Adolf Hitlers Mein Kampf.« Interessant ist auch die darauf folgende Passage, in der der Rezensent einen recht schlichten, das Buch aber kräftig bewerbenden Grund für die Loyalität zum Zeitgeist benennt: Nur um nicht auf der Seite von Akif Pirinçci zu stehen, überlege man sich von nun an dreimal, »ob man nicht doch lieber ins Lager der Gleichstellungsbeauftragten überläuft.« Wenn das kein Lob ist!

Lesenswert ist auch die begeisterte Rezension von Markus Vahlefeld auf achgut.com (»Der Poet für das Derbe«): »Das Kunststück des Buches Deutschland von Sinnen liegt ganz einfach darin, dass an wirklich keiner Stelle die Empörung und der Zorn in ein Beleidigtsein umschlagen. Da geriert sich niemand als Opfer oder Zukurzgekommener, dem nur das Jammern und das Lamentieren bleiben. Akif Pirinçci malt sich selbst eher wie Parzifal, der tumbe Tor, der fröhlich und naiv in den Kampf zieht, aber instinktiv weiß, wo er das Böse besiegen muss. Und so hat er, frei nach Tucholsky, das Recht Deutschland zu hassen – weil er es liebt.«