Sibylle Berg spricht und schweigt zugleich

Sibylle Berg hat in ihrer Kolumne auf Spiegel online offenkundig über Deutschland von Sinnen von Akif Pirinçci geschrieben, aber weder den Titel, noch den Autor, noch den Verlag erwähnt.
Ihre spitzen Finger erlaubten nur eine systemmedienkonforme Einordnung des Buches in die anrüchig-verklemmte »Das-wird-man-doch-noch-sagen-dürfen«-Literatur. Wir von Manuscriptum kennen diese Literatur nicht, aber Sibylle Berg scheint sie zu kennen − zu gut allerdings, denn das ist nun ausgerechnet der Gestus, der dem selbstbewußten Überzeugungstäter Pirincçci so fremd ist wie kein zweiter. Weshalb diese Assoziation am Ende nur Frau Bergs vollkommenes Unverständnis entlarvt. Interessant ist höchstens die Konformität ihrer unsinnigen Einordnung, und die hinterfragt Michael Klonovsky hier. Ansonsten: Uns zu nennen wäre für den im Sinkflug befindlichen Spiegel natürlich zu viel der Ehre gewesen. Daß die Manuscriptum Verlagsbuchhandlung bei Frau Berg »irgendein Verlag« heißt, nehmen wir gelassen zur Kenntnis, solange wir gute Bücher machen und diese besser angenommen werden als die wie gewohnt inhaltsfreie, dafür aber vor Wut und Empörung triefende Kolumne von Sybille Berg, die dutzendweise bissige Leserkommentare provoziert hat. Aber lesen Sie sie doch selbst … Und lesen Sie bitte vor allem Akif Pirinçcis vernichtende Satz-für-Satz-Analyse einer anderen, ähnlich abwegigen Kolumne von Sibylle Berg in Deutschland von Sinnen!